Der Mangel an Fachkräften hat nun auch die deutsche Sicherheitswirtschaft nachhaltig erreicht. Nach dem Abklingen der Folgen der Flüchtlingskrise wuchs die Hoffnung, dass damit auch der aktuelle Personalbedarf etwas zurückgeht. Das war offensichtlich nur Zweckoptimismus.
 
1. Unabhängig von allen aktuellen Entwicklungen mit neuen Bedürfnissen vollzieht sich der Generationenwechsel, die 90er Einstellungen scheiden aus dem Arbeitsprozess aus. Das sind besonders in der Sicherheitswirtschaft sehr viele Abgänge aus dem damaligen Pool der ehemaligen Polizei-, Geheimdienst- und Armeeangehörigen einschließlich des Wachpersonals der Alliierten in Deutschland. Outsourcing von Bewachungsaufgaben im Werkschutz, beim Schutz von Polizei und Bundeswehr und wirtschaftliche Zwänge führten in der 1. Hälfte der 90er Jahre zu einer spürbaren Zunahme von Sicherheitspersonal. Allerdings ohne die adäquate Anpassung der gewerberechtlichen Grundlagen und der bildungsseitigen Minimalforderungen. Da ist eigentlich noch Steinzeit! 
 
2. Die veränderte Sicherheitslage durch Terrorismusgefährdung und organisierte Kriminalität, die Zunahme von Flüchtlingen und wirtschaftliche sicherheitsrelevante Entwicklungen schuf neue Sicherheitsbedürfnisse, ebenso wurden bereits bestehende (ignorierte) stärker in´s Bewusstsein gerückt.
Das ist verbunden mit einem quantitativ höheren Bedarf an qualitativ besser ausgebildetem Sicherheitspersonal vor allem im Bereich des Objekt- und Werkschutzes sowie des Veranstaltungsschutzes. Diese objektiv vorhandenen Sicherheitsbedürfnisse sind derzeit noch nicht einmal in allen Bereichen der privaten Sicherheit (wie im Personenschutz und der Sicherungstechnik, im Geldtransport und dem Informations- und Geheimnisschutz) richtig angekommen. Das steht uns noch bevor und damit entstehen weitere Bedürfnisse.   
 
3. In Deutschland vollzieht sich, wenn auch noch zögerlich, ein auch wirtschaftlich bedingter Prozess des Umdenkens, weil der Staat offensichtlich die erwartete Sicherheit mit behördlichen Kräften und Mitteln nicht ausreichend gewährleisten kann und will. Damit nimmt auch die Anerkennung und Bedeutung der privaten Sicherheitsdienstleister zu, ebenso der Sicherheitsberatung, der IT-Sicherheit und der qualifizierten Sicherheitstechnik. Der aktuelle Status der Sicherheitswirtschaft vermittelt, dass diese perspektivischen Anforderungen noch nicht erfüllt werden können. Gebremst wird dieser Prozess auch durch unzureichende rechtliche Grundlagen, besonders in den regulierten Bereichen im Gewerberecht, wie Gewerbezugang, Basisqualifikation und auch bei der differenzierten Vergütung. Es wäre notwendig, auch bei den bereits längerfristig Beschäftigen Nachqualifizierungen zu fordern. Das wäre für viele Tausend aufgrund vielfältiger Übergangsregelungen seit Mitte der 90er Jahre ihre erste Qualifizierung überhaupt. Des Weiteren sollten die Augen nicht verschlossen werden vor internen Problemen, wie Betrug, Missbrauch und andere kriminelle Erscheinungen, besonders bei den Subunternehmen und selbständigen Sicherheitsmitarbeitern ohne Qualifizierung.
 
Die im September beginnende Herbst-Bildungsinitiative des ROTEIV®-Bildungszentrums ist insoweit zwar nur ein kleiner, aber notwendiger Beitrag zur Qualifizierung zukünftiger und bereits tätiger Sicherheitsmitarbeiter. Es beginnen sowohl Prüfungsvorbereitungskurse auf die IHK-Sachkundeprüfung mit verschiedenen Erweiterungen, wie Waffensachkundeprüfung und Führerschein, als auch Spezialisierungen, wie Waffensachkundekurse und die Personenschutzausbildung mit IHK-Zertifikat. Zur Unterstützung der betrieblichen Sicherheitsorganisation eröffnen wir Kurse für Sicherheitsbeauftrage, Brandschutzhelfer und betriebliche Brandschutzbeauftragte. Im November folgt dann die nächste (2017 dritte) Umschulung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“. 
 

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